Solawi und Experimentalgärten

Die Solawi im Waldgartenpilot heißt Rehfelder Waldgemüse. Sie ist so vielfältig wie ein Waldgarten eben sein soll: Da ist zum einen der grundlegende Waldgartenbereich, der von der Solawi unterstützt wird und die Gemüsegärtnerei Gemüslichkeit.
Davon unabhängig, aber auch im Waldgartenpilot integriert, gibt es den Bereich Gemüse-Selbstanbau in den Experimentiergärten. 

Der Waldgartenbereich ist ganz klar das Kernstück des Projektes. Mit der MIthilfe aller im Waldgartenbereich bauen wir in den nächsten Jahren den Waldgarten auf: wir pflanzen Bäume, Büsche; etablieren Gilden (Obstbaumlebensgemeinschaften); es wird gemeinschaftliche Komposte geben, Pilzanbau im Wald, Biotopschutzaktionen, und natürlich auch gemeinsame Feste und Veranstaltungen.

Damit aber alle Waldgärtner auch schon zu Beginn gesunde Nahrungsmittel bekommen – und wir trotzdem auch viele vielfältige Methoden ausprobieren können, ist der Anbau von Gemüse auf zweierlei Arten mit im Waldgartenpilot integriert: 

1 Zum einen ist da die Gemüsegärtnerei Gemüslichkeit, für die Levin den Hut auf hat. Er bewirtschaftet eine Hälfte der Ackerfläche nach Art des Marketgardening als Vielfaltsgärtnerei.

2 Und zum zweiten gibt es den Bereich Selbstanbau: die andere Ackerhälfte bewirtschaften wir mit experimentellen Gemüsebeeten
Wir werden den Acker dazu in ca 40 q.m große Beetblöcke teilen, die jeweils gegen die Unkostenbeteiligung von 70€/Jahr bewirtschaftet werden können (allein oder zu mehreren).
Mehr Infos dazu findest du unten!

Gemüsegärtnerei

Levin betreibt die Gemüsegärtnerei Gemüslichkeit in der Solawi Rehfelder Waldgemüse.

Er stellt sich hier einfach einmal selbst vor:

Die Zeit ist reif und so wird auch das Gemüse dieses Jahr auf dem Acker vom Waldgarten in Rehfelde reifen. Ich möchte mich heute vorstellen und euch einladen, Teil der Solawi (Solidarische Landwirtschaft) im Waldgarten in Rehfelde zu werden.

Dazu gibt es nun einige Infos aus der Gemüsebauabteilung.

Ich bin Levin Müller, 26 Jahre alt und Gemüsgärtner und neuer Teil in der Solawi im Waldgarten Rehfelde.

Als Hamburger Urgestein habe ich mich doch früh aus dem regnerischen Norden in wärmere Gefilde begeben. Zuerst 70 Kilometer südlich nach Lüneburg um dort Umweltwissenschaften und Digitale Medien zu studieren. Nach der Absolvierung des Bachelors war für mich eindeutig den Weg in die aktive Praxis zu wählen. Da liegt das Anbauen von frischem, regionalem, saisonalem Biogemüse auf der Hand. So habe ich die letzten zwei Jahre im Märkisch Oderland und im Spreewald in Gemüsegärtnereien gearbeitet. Zur Zeit wohne ich in Berlin und werde als Pendler zwischen Rehfelde und der Großstadt hin und her sausen.

Nun kommt der nächste Schritt der Selbstständigkeit und dazu möchte ich euch die Gärtnerei vorstellen und erklären, wie ihr Teil der Solawi werden könnt.

Prinzip Solidarische Landwirtschaft:

Eine solidarische Landwirtschaft, auch kurz Solawi, ist das Prinzip der gegenseitigen Solidarität von Abnehmer*innen und Gärtner*innen. Dabei wird das Gemüse der Gärtnerei ausschließlich an die Solawistas verteilt. Diese wiederum zahlen durch einen monatlichen Beitrag die gesamte Kosten der Gärtnerei, einschließlich Saatgut, Kompost, Pacht etc. und vor allem einen fairen und gerechten Gärnter*innen Lohn. Zusätzlich gibt es in unregelmäßigen Abständen Arbeitseinsätze auf dem Acker. Dabei wird auch der Gärtnerei geholfen und gleichzeitig entsteht ein Wissensaustausch und Erfahrungsaustausch zwischen den Solawistas und den Gärtner*innen.
Alle Vorgänge und Finanzen sind transparent und einsehbar.
Die Abholstationen organisieren sich selbstständig und pflegen die Abholstation.

Nun stelle ich euch die Gemüsegärtnerei Gemüslichkeit vor:

Was? Die Gemüsegärtnerei versorgt 30 Haushalte mit frischem, saisonalem vielfältigem Biogemüse, in diesem Jahr für einen Zeitraum von insgesamt 6 Monaten. Das Gemüse wird im regenerativen Anbau produziert. Das bedeutet nicht nur Bodenqualität zu erhalten, sondern zu verbessern. Humus aufzubauen, CO2 zu speichern, Nährstoffauswaschungen zu verhindern und Biodiversität zu fördern. Es werden circa 40 verschiedene Kulturen und viele weitere Sorten angebaut.

Warum? Alle Lebensbereiche und Wirtschaftszweige benötigen einen radikalen Wandel. Wir befinden uns in vielen Krisen, im größten Artensterben der Geschichte der Menschheit, extremer Nitratüberdüngung, in einer spürbaren Klimakrise, kapitalistischen Strukturen und wie ihr wisst auch mitten in einer Pandemie. Es gibt viel zu tun und darum ist es genau der richtige Zeitpunkt, jetzt ein kleiner Teil der Transformation zu sein.
Das meiste Gemüse in Deutschland wird nicht fair und gerecht produziert. Miserable Arbeitsbedingungen und Ausbeutung sind in der Landwirtschaft weitverbreitet. Außerdem wird das meiste Gemüse nicht nachhaltig oder ökologisch angebaut. Die Gärtnerei Gemüslichkeit versucht, dem etwas entgegenzusetzen und ist Teil der Nachhaltigkeitstransformation.

Wer? Ich werde als Hauptgärnter die Gemüseproduktion leiten. Es gibt aber die Möglichkeit freiwillig bei Arbeitseinsätzen teilzunehmen. Dazu werde ich in unregelmäßigen Abständen über den Newsletter aufrufen. Trag dich hier ein: klick

Wo? Der Acker der Gärtnerei befindet sich auf der Westseite der Ackerfläche unseres Waldgartens. Dieser befindet sich südlich der Dorfstraße 36 in 15345 Rehfelde Dorf. Der Weg dorthin ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen (-> Infos)
Die Abholstationen werden in Rehfelde, in Berlin Neukölln Prinzessinengarten und in Kreuzberg direkt am Görlitzer Bahnhof sein.

Wann? Dieses Jahr gibt es von Anfang Juni bis Ende November wöchentlich eine Lieferung zur Abholstation (Rehfelde, Neukölln und Kreuzberg). Dort wird das Gemüse ab Nachmittags abholbereit sein.

Wie? Wenn du oder ihr Interesse an einem Anteil für diese Saison habt, dann schreibt bitte an solawi@waldgartenprojekt.de
Levin würde euch dann einen Erntevertrag zuschicken.
Bitte gebt an, wo ihr das Gemüse abholen würdet. Es gibt leider nur begrenzt Platz in den Abholstationen.

Experimentelle Gemüsebeete:

Für die Gartensaison 2021 öffnen wir die Hälfte unseres Ackers für Leute, die Lust haben, ihr eigenes Gemüse anzubauen.
Für uns sind diese Flächen Experimentiergärten: jeder von uns wird etwas anders wirtschaften, und wir werden sehen, wie welche Pflanzen-gemeinschaften am besten funktionieren. Wir werden für uns auch mit verschiedenen Bewässerungsstrategien experimentieren, mit den Mulchauflagen, mit Unterpflanzungen etc.
Für dich ist die Fläche einfach ein “Mitmach-garten”, so wie du ihn vielleicht von anderen Bauerngärten her kennst. Denn als Ausgleich deiner Mitarbeit darfst du dann all das Gemüse, was auf der von dir betreuten Parzelle wächst, behalten.
Wir vergeben 40qm-Parzellen für einen Unkostenbeitrag von 70 Euro pro Saison. Damit kannst Du dieses Jahr Dich und Deine Lieben mit selbstangebautem Gemüse versorgen.

Die Ausgangsbedingungen sind für alle gleich:
es gibt Wasser, einen Abstellplatz für Gartengeräte und den Ackerboden. Die Rahmenbedingungen sind die im Waldgarten herrschenden Regeln: du wirtschaftest biodiversitätserhöhend, humusaufbauend, ohne chemische Dünge- und Spritzmittel…. und du dokumentierst die Erträge.

Deinen gemüsebaulichen Experimenten sind ansonsten nur Grenzen gesetzt, falls du eine invasive Art einbringst oder etwas machst, was man nachher nicht oder nur schwer rückgängig machen kann.

Wir arbeiten zur Zeit an der Infrastruktur, ein Brunnen ist schon gebohrt & (sobald wir die Baugenehmigung erhalten haben) bauen wir noch einen Wildzaun, um unseren Acker vor Verbiss zu schützen.   

Bei Interesse schick bitte eine Email an  selbstanbau@waldgartenprojekt.de  Ansprechpartner: Ramos und Matthias