Solawi und Experimentiergärten

Die Solawi im Waldgartenpilot heißt Rehfelder Waldgemüse. Sie ist so vielfältig wie ein Waldgarten eben sein soll: die Solawi umfasst den grundlegende Waldgartenbereich, dessen Aufbau von der Solawi unterstützt wird und die Gemüsegärtnerei, die sich um den Anbau von leckerem Gemüse im Marketgarden-Stil kümmert.
Davon unabhängig, aber auch im Waldgartenpilot integriert, gibt es den Bereich Gemüse-Selbstanbau in den Experimentiergärten

Der Waldgartenbereich ist ganz klar das Kernstück des Projektes. Mit der MIthilfe aller Beteiligten bauen wir in den nächsten Jahren den Waldgarten auf: wir pflanzen Bäume, Büsche; etablieren Gilden (Obstbaumlebensgemeinschaften); es wird gemeinschaftliche Komposte geben, Pilzanbau im Wald, Biotopschutzaktionen, und natürlich auch gemeinsame Feste und Veranstaltungen.

Damit aber alle Waldgärtner auch schon zu Beginn gesunde Nahrungsmittel bekommen – und wir trotzdem auch viele vielfältige Methoden ausprobieren können, ist der Anbau von Gemüse auf zweierlei Arten mit im Waldgartenpilot integriert: 

1 Zum einen ist da die Gemüsegärtnerei. Sie bewirtschaftet eine Hälfte der Ackerfläche nach Art des Marketgardening als Vielfaltsgärtnerei.

2 Und zum zweiten gibt es den Bereich Selbstanbau: die andere Ackerhälfte bewirtschaften wir mit unseren Experimentiergärten
Wir teilen den Acker dazu in ca. 40 qm große Beetblöcke ein (32qm Beetfläche plus 8qm Wege), die jeweils gegen die Unkostenbeteiligung von 70€/Jahr bewirtschaftet werden können (allein oder zu mehreren).
Mehr Infos dazu findest du unten!

Gemüsegärtnerei

Levin betrieb die Gemüsegärtnerei Gemüslichkeit im ersten Jahr der Solawi Rehfelder Waldgemüse. Aufgrund seines Umzugs in die Prigniz bauen wir nun unsere Solawi als eine Solawi mit gemeinschaftlichen Strukturen neu auf.
Wenn du gerne mitmachen magst melde dich einfach bei uns per Mail an solawi ät waldgartenprojekt.de

Prinzip Solidarische Landwirtschaft:

Eine solidarische Landwirtschaft, auch kurz Solawi, ist das Prinzip der gegenseitigen Solidarität von Abnehmer*innen und Gärtner*innen. Dabei wird das Gemüse der Gärtnerei ausschließlich an die Solawistas verteilt. Diese wiederum zahlen durch einen monatlichen Beitrag die gesamte Kosten der Gärtnerei, einschließlich Saatgut, Kompost, Pacht etc. . Sofern Gärtner von ihrer Arbeit in der Solawi leben gibt es für sie einen fairen und gerechten Lohn.
Zusätzlich gibt es Mithilfe auf dem Acker durch die Solawistas. Dabei werden alltägliche Arbeiten der Gärtnerei übernommen und gleichzeitig entsteht ein Wissensaustausch und Erfahrungsaustausch zwischen den Solawistas und den Gärtner*innen.
Alle Vorgänge und Finanzen sind transparent und einsehbar.
Gibt es Abholstationen, so organisieren sich die dort eingebundenen Solawistas selbstständig und pflegen die Abholstation.
Wir haben im Moment keine Abholstationen: du holst deinen Ernteanteil also direkt in Rehfelde-Dorf ab, gerne verbunden mit einem kleinen Arbeitseinsatz.

Warum? Alle Lebensbereiche und Wirtschaftszweige benötigen einen radikalen Wandel. Wir befinden uns in vielen Krisen, im größten Artensterben der Geschichte der Menschheit, extremer Nitratüberdüngung, in einer spürbaren Klimakrise, kapitalistischen Strukturen und wie ihr wisst auch mitten in einer Pandemie. Es gibt viel zu tun und darum ist es genau der richtige Zeitpunkt, jetzt ein kleiner Teil der Transformation zu sein.
Das meiste Gemüse in Deutschland wird nicht fair und gerecht produziert. Miserable Arbeitsbedingungen und Ausbeutung sind in der Landwirtschaft weitverbreitet. Außerdem wird das meiste Gemüse nicht nachhaltig oder ökologisch angebaut. Wir versuchen, dem etwas entgegenzusetzen und Teil der Nachhaltigkeitstransformation zu sein.

Wo? Die Gemüseflächen befinden sich auf der Westseite der Ackerfläche unseres Waldgartens. Dieser befindet sich südlich der Dorfstraße 40 in 15345 Rehfelde Dorf. Der Weg dorthin ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen (-> Infos)

Experimentiergärten

Für die Gartensaison 2021 & 2022 öffnen wir unseren Acker für Leute, die Lust haben, ihr eigenes Gemüse anzubauen.
Für uns sind diese Flächen Experimentiergärten: jeder von uns wird etwas anders wirtschaften, und wir werden sehen, wie welche Pflanzen-gemeinschaften am besten funktionieren. Wir werden für uns auch mit verschiedenen Bewässerungsstrategien experimentieren, mit den Mulchauflagen, mit Unterpflanzungen etc.
Für dich ist die Fläche einfach ein “Mitmach-Garten”, so wie du ihn vielleicht von anderen Bauerngärten her kennst. Denn als Ausgleich deiner Mitarbeit darfst du dann all das Gemüse, was auf der von dir betreuten Parzelle wächst, behalten.
Wir vergeben 40qm-Parzellen (32qm Beete + 8qm umlaufende Wege) für einen Unkostenbeitrag von 70 Euro pro Saison. Damit kannst Du dieses Jahr Dich und Deine Lieben mit selbstangebautem Gemüse versorgen.

Die Ausgangsbedingungen sind für alle gleich:
es gibt Wasser, einen Abstellplatz für Gartengeräte und den Ackerboden.

Für das Gärtnern im Waldgarten gelten folgende Regeln:
– Du wirtschaftest biodiversitätserhöhend, humusaufbauend, ohne chemische Dünge- und Spritzmittel und Du dokumentierst die Erträge.
– Deinen gemüsebaulichen Experimenten sind ansonsten nur Grenzen gesetzt, falls du eine invasive Art einbringst oder etwas machst, was man nachher nicht oder nur schwer rückgängig machen kann.
– Zum nachhaltigen Gärtnern gehört auch die soziale Ebene: wir bemühen uns um freundlichen, gleichberechtigten angenehmen Umgang. Rassismus und Sexismus haben keinen Platz in unserem Garten.

Wir haben einen Brunnen, der aus 21m Tiefe fördert, einen 3000-Liter-Wasserspeicher und rund um den Acker einen hohen Wildzaun, um unsere Pflanzen vor Verbiss zu schützen.

Bei Interesse schick bitte eine Email an  selbstanbau@waldgartenprojekt.de  Ansprechpartner: Ramos und Matthias